Sep 202012
 

Was ist Trittschall?

„Als Trittschall wird ein Schall bezeichnet, der durch die Bewegung von Menschen auf einem Fußboden oder durch den Betrieb einer Waschmaschine oder anderer Haushaltsgeräte entsteht. Dieser Schall wird durch Körperschallübertragung in einem Raum, der daneben, darunter oder darüber liegt, wahrgenommen. Vom Trittschall zu unterscheiden ist der Gehschall.

Zur Trittschalldämmung wird meist ein Fußbodenaufbau mit Estrich gewählt, ergänzt durch dämpfende Faserplatten, Schaumstoffe oder Vliese. Wo dies nicht möglich ist, wird versucht, den Weg des Schalls durch andere Arten von Masse (beispielsweise Gehwegplatten) zu stoppen und die verschiedenen Schichten im Fußboden zu entkoppeln.“ (*)

Kurz zusammengefasst:

  • Trittschall = Bewegungsgeräusche werden in angrenzende Räume übertragen
  • Gehschall = Bewegungsgeräusche sind im selben Raum hörbar
  • Luftschall = Geräusche werden durch die Luft übertragen
  • Körperschall = Übertragung von Schwingungen in Gebäuden
  • Wasserschall = Schall, der im Wasser übertragen wird (hier wohl eher nicht relevant)

Anforderungen an den Schallschutz nach DIN 4109

In dieser DIN Norm ist geregelt, wie viel Schall zumutbar ist und wie viel eben auch nicht mehr. Hier eine Übersicht der Werte:

DIN 4109 Schallschutzanforderungen Normale Ansprüche Erhöhte Ansprüche
Raumnutzung Trittschall Luftschall Trittschall Luftschall
fremde Wohnungen < 53 dB > 54 dB < 46 dB > 55 dB
Durchfahrten, Keller < 53 dB > 55 dB < 46 dB > 55 dB
unter Bad/WC < 53 dB > 54 dB < 46 dB > 55 dB
innerhalb der Wohnung < 48 dB < 38 dB
Hotel/Krankenhaus < 53 dB > 54 dB < 46 dB > 55 dB
Schulen < 53 dB > 55 dB < 46 dB > 55 dB

Leider bedeutet die Einhaltung dieser Werte nicht, dass man dann vor Nachbarn oder Mitbewohnern Ruhe hat, denn es handelt sich lediglich um Mindestanforderungen gegen unzumutbaren Lärm.

Wenn man also daran denkt einen neuen Bodenbelag in die Wohnung oder das Haus zu legen, sollte man sich sehr genau überlegen, ob man nicht doch ein paar EUR mehr ausgibt und den bestmöglichen Schallschutz unter den Bodenbelag packt. Sonst hört man nachher jede Nachtigall trapsen ;-)

Welche Trittschalldämmung ist die Richtige?

Hier ist die klassische Antwort: es kommt darauf an!

Es gibt PVC Planken mit integriertem Trittschallschutz und solche ohne. Je nach Aufbau der Planken ist z.B. eine Schicht Kork angebracht, um den Trittschall zu dämpfen. Einfach mal auf der Packung nachgucken, da stehen die Angaben in dB drauf. Und dann je nach Einsatzort und Untergrund einen entsprechen Trittschallschutz als Untergrund wählen.

Bei der Auswahl einer Trittschalldämmung kann man sich an den folgenden Fragen orientieren:

  1. Welche Trittschalleigenschaften soll der Bodenbelag haben?
  2. Welche Gehschallverbesserung ist gewünscht?
  3. Wir der Raum stark genutzt oder eher selten? Muss der Bodenbelag höheren Belastungen standhalten?
  4. Soll der Bodenbelag auch wärmedämmend sein?
  5. Hat der Raum eine Fußbodenheizung und muss der Bodenbelag daher Wärme durchlassen?
  6. Ist der Untergrund gut durchgetrocknet oder muss der Bau noch „trockengewohnt“ werden und muss der Bodenbelag daher vor Feuchtigkeit geschützt werden?
  7. Ist der Untergrund eben oder müssen Unebenheiten ausgeglichen werden?
  8. Wie lange soll der Boden halten?
  9. Muss die Unterlage möglichst dünn sein oder soll sie zum Höhenaufbau beitragen?
  10. Wird der obere Bodenbelag schwimmend verlegt oder vollflächig verklebt?
  11. Muss es schnell gehen oder kann man sich mit dem Verlegen Zeit lassen?

Welche Arten von Trittschalldämmung gibt es?

Folien, Schaumstoffunterlagen, Holzweichfaser-Platten, EPS-Faltplatten, Rollenkork, Alu Akustikmatten, Holzfaserplatten etc.

Wie schon gesagt – es kommt darauf an, was man erreichen will. Wärmedämmung? Feuchtigkeitsschutz? Ausgleich von Bodenunebenheiten?

Und es kommt darauf an, was sonst noch so im bzw. auf dem Boden ist: Fußbodenheizung, Rohrleitungen…

Je nachdem muss man dann seine Trittschalldämmung wählen.

Was muss ich beim Verlegen der PVC Planken für den Trittschallschutz beachten?

Auch beim Verlegen selbst kann man noch vieles falsch machen im Hinblick auf Schallschutz. Wenn man nicht aufpasst schafft man z.B. Schallbrücken (d.h. feste Verbindungen zwischen Estrich und Decke oder seitlichen Wänden), und alle Trittschallschutzmaßnahmen sind für die Katz. Schallbrücken entstehen häufig durch Ausgleichsspachtelmassen, harte Fußleisten, Türzargen und nachträglich eingesetzte Heizkörperkonsolen.

Also: genau informieren wie das verlegen geht oder einen Profi ran lassen.

Mein Fazit: zum Thema Trittschallschutz sollte man sich wirklich im Baumarkt des Vertrauens beraten lassen! Denn wenn der Boden erst mal liegt, dann ist kaum noch was zu machen!

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(*) Quellenangabe: Seite „Trittschall“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 2. August 2012, 18:38 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Trittschall&oldid=106310973 (Abgerufen: 20. September 2012, 19:21 UTC)